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Zahlungsmoral in Deutschland - Was tun bei Außenständen?
In früherer Zeit schien der Handel bedeutend einfacher. Nur wer zahlte, erhielt auch die notwendige Ware. Doch dieser wirtschaftliche Grundsatz hat in modernen Zeiten vielfach an Bedeutung verloren und kommt nur noch sehr selten zur Anwendung. Wer heute marktfähig sein und möglichst viele Kunden gewinnen möchte, der muss flexibel sein und entsprechende Zahlungsziele anbieten können. Man geht davon aus, dass von 100 Betrieben, die ihre Ware pünktlich ausgeliefert haben, etwa 15 Betriebe über einen längeren Zeitraum, wir sprechen hier von mehr als 90 Tage, auf die Rechnungsbegleichung warten müssen. Während dieser Zeit hat das Lieferunternehmen aber gleichzeitig seine Außenstände zu begleichen. Schätzungen zufolge sind diesem Verhalten seitens der Kunden etwa 12 % der Konkurse in Deutschland zuzuschreiben. Warum bleiben die Zahlungen aus?Die Ursachen, die hinter einem solchen Verhalten stecken mögen, sind mannigfaltig. Ähnlich wie bei einer Kettenreaktion zieht sich auch die Zahlungsverzögerung durch eine ganze Kette von Unternehmen. In vielen Fällen ist das restriktive Verhalten der Kreditunternehmen in Bezug auf die Vergabe von Krediten vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben darauf zurück zu führen. Und gerade Unternehmen, die eine Mitarbeiterzahl von bis zu 19 Arbeitskräften besitzen, sind besonders von den Zahlungsausfällen betroffen. Im Durchschnitt müssen die Betriebe etwa 3,1 % der Forderungen ausbuchen. Erst bei den Unternehmen, die eine Mitarbeiterzahl zwischen 250 und 499 haben, sieht es wieder besser aus. Hier liegt die Ausbuchungsrate bei 1,5 %. Doch wie verhält man sich, wenn die Zahlungen von Kunden ausbleiben, die doch eigentlich so dringend für die Weiterführung des Geschäftsalltags benötigt werden? Die Antwort ist in einem effizienten Forderungsmanagement zu finden. Aber gerade hier scheint der Kasus Knacktus zu liegen. Denn gerade die kleinen und kleinsten Unternehmen können selten ein entsprechendes Forderungsmanagement vorweisen. Dies zeigt sich vor allen in solch schwierigen Zeiten wie einer Finanzkrise, die es nicht nur etablierten Betrieben und Firmen sehr schwer macht, sich am Markt zu behaupten. Und oft ist eine solche Krise der Auslöser für eine Marktbereinigung. Wer sich der Herausforderung, aus welchen Gründen auch immer, nicht in entsprechender Weise stellen kann, wird von der wirtschaftlichen Bühne regelrecht hinweg gefegt. Die Krise, wie sie derzeit herrscht, betrifft mehr oder weniger alle Branchen. Doch die Dienstleistungsbranche oder auch Bildungsinstitutionen sowie die Medienindustrie und das Baugewerbe und die ganze damit verbundene Industrie sind besonders von den Auswirkungen betroffen. Es scheint sogar, dass sich bei vielen größeren Unternehmen ein Verhalten eingebürgert hat, das zu weitreichenden Konsequenzen führen kann. Fällige Rechnungen werden mit Absicht erst zu spät bezahlt. Um diesem Verhalten effizient entgegen wirken zu können, ist es notwendig, grundlegende Kenntnisse im Bereich des Forderungsmanagements zu besitzen. Wie bringe ich den Kunden dazu, dass er die offene Rechnung begleicht?Um den schlimmsten Fall, den unternehmerischen Super-GAU zu verhindern, ist das professionelle Forderungsmanagement das geeignete Werkzeug. Allerdings kann dieses Werkzeug nur dann seinen Dienst in entsprechender Art und Weise verrichten, wenn der Unternehmer konsequent und nachhaltig diesen Weg, den er eingeschlagen hat, bis zum Ende verfolgt.
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